Nach drei Jahrzehnten Lebenszentrum in einem 50 Seelen-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, unweit vom Meer, arbeite und lebe ich wieder in Leipzig. „Böhmen am Meer“, „Berlin am Meer“ – irgendwie liegt zumindest für mich auch „Leipzig am Meer“.

Stadtleben ist ein anderes Leben. Hat das Einfluß auf meine künstlerische Arbeit? In meiner Arbeit brauche ich immer wieder Brüche. Ist der Künstler halbwegs über die Jahre in ein Thema „eingearbeitet“ lauern Manierismen, denen er sich stellen sollte. Eine Möglichkeit ist der Versuch eines „Neubeginns“. Natürlich greift man letztlich doch hier und da wieder auf Bewährtes an erarbeiteten Formulierungen zurück. Einfach auch, um das angestrebte „Neuland“ maximal zu fassen bzw. zu formulieren. Erlernt man eine neue Fremdsprache, greift man gern auf muttersprachliche Elemente zurück. Letztlich bleibt künstlerische Arbeit ein dauerhafter und entwicklungsbedingter Konflikt.

URBAN AREA. Momentan erkenne ich die mich umgebende Stadt als neues und zugleich altes vertrautes Phänomen einer Kulturlandschaft, die mich umgibt auch im weiteren Sinne. Gewiß hat dieser bewußt entschiedene Standortwechsel Wirkung auf meine Arbeit. Was am Ende allerdings für einen Maler lediglich bedeutet >>> weiterhin suchen, finden und entscheiden.

 

 

Leipzig Stadtzentrum 2016, Aussicht vom City-Hochhaus am Augustusplatz, Foto: Archiv